Studienfinanzierung leicht gemacht: Arbeiten als Werkstudent

Es gibt viele Arten sein Fernstudium zu finanzieren. Studiert man berufsbegleitend oder in Teilzeit, ist man meist schon finanziell durch eine Festanstellung abgesichert. Durch den Job lassen sich die roten Zahlen auf dem Konto meist vermeiden. Je nach Hochschule variieren die Kosten für ein akademisches Studium. Entschließt man sich beispielsweise für ein Studium an der Fern-Universität Hagen, belaufen sich die Gesamtkosten meist zwischen 1.300 und 2.500 Euro, bei einem Bachelorstudiengang zwischen 600 und 1.300 Euro. Je nach favorisiertem Kurs werden zwischen 100 und bis zu 400 Euro pro Semester fällig. Im Gegensatz dazu blättert man bei den privaten Hochschulen (Euro-FH, etc.) schon zwischen 10.000 und 15.000 Euro hin.
Summa summarum: Das Leben als Fernstudent ist teuer. Immer mehr Studenten arbeiten daher neben dem Beruf als Werkstudent in großen Unternehmen. Erfahre hier alles, was du über die Arbeit als Werkstudent wissen musst!

Die regulären Hochschulstudenten zählen zur ärmsten Bevölkerungsgruppe Deutschlands. Laut einer Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks übernehmen meist die Eltern noch den Hauptanteil der Studienfinanzierung, während 63 Prozent der Studenten zum Nebenjob greifen oder 32 Prozent Bafög beziehen. Nur 6 Prozent entscheiden sich dafür ein Studienkredit aufzunehmen und 4 Prozent können ihren Lebensunterhalt durch ein Stipendium sichern. Ein Vollzeitstudium beansprucht eine Arbeitszeit rund 35 Stunden pro Woche, nebenbei muss der Großteil der Studierenden für ihren Lebensunterhalt jobben. Ein Student braucht im Monat ca. 757 Euro, die sich auf Miete, Mensa und zusätzliche Ausgaben für Klamotten und Bücher belaufen. Um sich diesen Unterhalt zu sichern, greifen viele Studenten auf einen Job als Werkstudent zurück.

Als Werkstudent arbeiten

Als „Werkstudenten“ bezeichnet man Studierende, die neben dem regulären Studium noch einem Nebenjob nachgehen. Dabei kann es sich um Minijob, Midijob oder auch um eine kurzfristige Beschäftigung handeln. Die Beschäftigungsarten können, je nach Rechtslage, auch miteinander kombiniert werden.

Die regelmäßige Arbeitszeit als Werkstudent darf maximal 20 Std./ Woche nicht überschreiten. In einigen Fällen kann allerdings von der Regelung abgesehen werden:

  • Wenn es sich um Nacht- und Wochenendarbeit handelt, darf der Beschäftigte von 23 h-6 h arbeiten.
  • Wenn der Beschäftigungszeitraum auf die Semesterferien beschränkt ist, kann mehr als 20 Std./Woche gearbeitet werden. Wer öfter im Jahr zu einem „Semesterferien Job“ greift sollte allerdings weitere Regelungen beachten um nicht in Bedrängnis zu geraten.
  • Wenn die Beschäftigung auf lediglich zwei Monate beschränkt ist, darf die wöchentliche Maximalgrenze überschritten werden.

Versicherungspflichtig werden Studenten die mehr als 26 Wochen pro Jahr über 20 Stunden arbeiten, denn damit überschreiten sie die maximale Grenze.

Gilt das Werkstudentenprivileg auch fürs Studium an der Fernhochschule?

Werkstudent_Regelungen

education money© zimmytws

Als „ordentlich“ immatrikulierter Student ist man zunächst über seine Eltern familienversichert, unterliegt der Kranken- und Pflegeversicherung oder hat möglicherweise eine private Versicherung abgeschlossen. Aufgrund dessen unterliegt man weder in den Semesterferien noch in der Kranken-, Pflege- oder Arbeitslosenversicherung der Versicherungspflicht und hat Anrecht auf ein sogenanntes „Werkstudenten Privileg“.

Auch im Fernstudium ist es üblich, als Werkstudent in einem Unternehmen angestellt zu werden. Handelt es sich allerdings um ein Studium in Teilzeit, hat der Studierende keinen Anspruch auf die rechtlichen Privilegien eines Werkstudenten. Erst wenn neben der Immatrikulationsbescheinigung auch eine Nachweis vorliegt, nach dem der Student ein Vollzeitstudium ausübt, gelten die versicherungsrechtlichen Werkstudentenprivilegien.

In der Regel lohnt sich auch ein Gespräch mit dem Arbeitgeber. In einzelnen Fällen können Beschäftigung und Studium verknüpft werden und damit fast einer dualen Ausbildung entsprechen. Vor allem in wirtschaftlichen Bereichen ist es üblich, als Werkstudenten höhere Aufgaben zu übernehmen. Bevor man sich auf die Suche nach einer Stelle begibt, sollte man in erster Linie auf eine Branche festlegen. Idealerweise ergänzen sich Werkstudentenstellen optimal mit Studieninhalten und es besteht im Anschluss die Möglichkeit die Anstellung auf ein festes Beschäftigungsverhältnis auszuweiten. Auch wenn die Stelle nicht direkt etwas mit dem Studium zu tun hat: viele Zusatzqualifikationen können den Lebenslauf bereichern.

Was müssen Werkstudenten bei der Versicherung beachten?

Aufgrund der Tatsache, dass Werkstudenten ein unstetiges Einkommen beziehen, können sie keine einkommensabhängigen Beiträge zur Sozialversicherung leisten und nehmen deswegen einen besonderen Status in der Sozialversicherung ein. Hat man während der Vorlesungszeit eine Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden pro Woche droht einem der Verlust des Studentenstatus und der gesetzlichen Einstufung als Arbeitnehmer. Damit verbunden müssen auch Beiträge zur Arbeitslosenversicherung eingezahlt werden.

In der Regel ist man als Student noch beitragsfrei bei den Eltern familienversichert und liegt damit bei der maximalen Verdienstgrenze von 450 Euro pro Monat. Vor allem Werkstudenten die Bafög Förderungsbeiträge beziehen, müssen aufpassen – sie dürfen nicht mehr als 400 Euro im Monat dazuverdienen, ansonsten werden ihre Bafög-Leistungen gekürzt. Des Weiteren werden Nebenjobs, Halbwaisenrenten und Zinseinkünfte beim Bafög angerechnet. Maximal 5.200 Euro sind erlaubt, ansonsten wird der Bafög-Betrag reduziert.

Was versteht man unter einer studentischen Hilfskraft?

Studenten, die bereits zwei Semester an einer Hochschule absolviert haben, können als studentische Hilfskraft an staatlichen Hochschulen angestellt werden. Da die Anstellung in der Zeit des Studiums in der Universität und nicht in einem Unternehmen stattfindet, unterscheidet sich die Tätigkeit einer studentischen Hilfskraft deutlich von der Arbeit als Werkstudent. Das Aufgabengebiet der ausgeschriebenen Stellen liegt hier meist im Bereich von Lehre und Forschung und umfasst Dienstleistungen in der wissenschaftlichen Verwaltung, Dokumentation sowie der Vorbereitung von Lehr- und Forschungsmaterial.

++++ Wissenswertes ++++

  • Der kostengünstige Krankenversicherungsschutz als Werkstudent endet mit spätestens 37 Jahren.
  • Ab dem 01.01.2015 gilt auch für Werkstudenten der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 € pro Stunde.
  • Für Praktikanten gelten folgende Besonderheiten; Wenn es sich um ein vorgeschriebenes Praktikum im Unternehmen handelt, gilt der Mindestlohn nicht. Handelt es sich um ein freiwilliges Betriebspraktikum, das länger als drei Monate dauert, gilt eine gesetzliche Lohnuntergrenze von 8,50 € pro Stunde.